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Vor 15 Jahren haben wir von xseed.works mit dem Zürinet unser erstes Glasfasernetz-Projekt in der Stadt Zürich geleitet und weitere grosse Stadtnetze folgten. Nachdem es zwischenzeitlich ruhiger im FTTH-Markt geworden ist, hat dessen Dynamik in den letzten 3 Jahren wieder massiv zugelegt – Auseinandersetzungen bis vor Bundesgericht inklusive. 

Nach dem FTTH-Boom mit flächendeckenden Glasfasernetzen in den grossen Schweizer Städten vor 10 bis 15 Jahren wurde es vorübergehend etwas ruhiger um das Thema, auch wenn immer Glasfasernetze gebaut wurden. Aber es waren meist kleinere Projekte oder punktuelle Ausbauten von Kabelnetzanbietern. Swisscom setzte vermehrt auf der FTTS (Fiber to the Street mit Kupferleitungen auf der letzten Meile). Zudem verlor der Marktführer zusehends das Interesse an FTTH-Kooperationen, nachdem er diese während des Anfangsbooms teilweise mit seiner gesamten Marktmacht durch Parallelnetzbau erzwungen hatte. Die Glasfaserabdeckung in der Schweiz plafonierte sich bei rund einem Drittel der Anschlüsse. 

Neuer Glasfaserboom dank Salt 

Es war dann Salt im Jahr 2018, die mit ihrem Hammerangebot auf Glasfaserbasis die ganze Branche herausforderte: zehnfache Bandbreite zum halben Preis lautete die Kampfansage an die grossen Festnetzprovider, die es sich gemütlich gemacht hatten in ihrer Marktaufteilung. Alle zogen mit höchsten Bandbreiten von 10 Gigabit pro Sekunde nach, Init7 legte mit seinen 25 Gigabit sogar noch einen drauf. Abseitsstehen kann sich keiner leisten.  

So bauen zahlreiche mittelgrosse und kleine Akteure wie Elektrizitätswerke und Kabelnetzunternehmen Glasfasernetze. Aber auch Swisscom und andere forcieren in ländlichen Gebieten wieder den Glasfaserbau. Insbesondere in dünn besiedelten Gebieten setzte der Marktführer auf die tendenziell günstigere Multipunkt-Architektur, bei der die einzelnen Glasfasern auf bis zu 64 Kunden aufgeteilt werden (dank sogenannter Splitter).  

Streit um verschiedene Netzkonzepte bis vor Bundesgericht 

Der Nachteil des Multipunkt-Konzepts liegt darin, dass der Netzzugang für weitere Telekomanbieter eingeschränkt wird, den Swisscom anderen Telekomanbietern gewähren muss. Insbesondere kleinere Drittanbieter wie beispielsweise Init7 sind in ihrer Produktgestaltung benachteiligt. Der Wettbewerb ist eingeschränkt, der Open Access auf den Glasfasern (Layer 1) wird verhindert resp. in die Hände von Swisscom gelegt. Das gilt nicht für die Städte mit bestehendem FTTH-Netz, ist aber für ländliche Gebiete zu erwarten. Dies hat kürzlich das renommierte WIK-Institut aus Deutschland bestätigt. Auf Klage von Init7 hat die Wettbewerbskommission WEKO deshalb den Multipunkt-Ausbau vorerst gestoppt, bis die Untersuchung abgeschlossen ist.  

Diese Verfügung hat unlängst das Bundesgericht bestätigt. So ist Swisscom gezwungen, entweder auf die ungesplitteten Netze umzuschwenken, wie sie es bis vor wenigen Jahren getan hat, oder sie verzichtet bis zu einem rechtsgültigen Urteil auf den Weiterausbau. Allem Anschein nach hat sie sich für letzteres entschieden oder verzichtet zumindest vorläufig auf die Inbetriebnahme neu gebauter Anschlüsse. Aber die Zeit arbeitet gegen Swisscom und ewig kann sie nicht auf neue Glasfasernetze verzichten. 

FTTH-Bau trotz Rechtsstreit 

Der Rechtsstreitigkeit zum Trotz wird der Glasfaserausbau weiterlaufen, wenn auch teilweise verlangsamt. Lokale Akteure setzen weiter auf FTTH-Netze und realisieren in der Regel ungesplittete Punkt-zu-Punkt-Netze mit einem offenen Netzzugang und entsprechendem Wettbewerb. Dies geschieht nicht in wenigen Fällen in Kooperation mit Swisscom. Denn diese Netzarchitektur ist ja nicht betroffen vom Baustopp. Swiss Fibre Net mit bereits hunderttausenden von Glasfaseranschlüssen oder der Direktinvestor Swiss4Net bieten sich als Kooperationspartner an. 

Gemeinden und Energieversorger mit guten Chancen 

Das Fazit für lokale Akteure ist deshalb klar: Elektrizitätsversorger, Gemeinden, Regionen oder Kantone können ihre Glasfaserprojekte ohne Bedenken vorantreiben und dafür Kooperationspartner suchen und gewinnen. xseed.works mit ihren 15 Jahren Erfahrung in FTTH-Projekten unterstützt die lokalen Akteure in Strategie und bei Kooperationsprozessen erfolgreich und zielorientiert, wie Dutzende erfolgreicher Glasfaserprojekte beweisen.  

Peter Grupp leitet als Telekomexperte bei xseed.works FTTH-, Glasfaser- und generell Telekom-Projekte seit vielen Jahren in der ganzen Schweiz. Er freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme unter: 

peter.grupp@xseed.works 
+41 79 694 02 96 
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