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Der St. Galler Stadtrat Peter Jans erzählte am xseed.works smart city breakfast vom 7. März 2019, wie St. Gallen in «Herausfordernden Zeiten die Chancen packt», und xseed-Partner Peter Ebenhoch zeigte den Weg zur «Systematischen Digitalisierung des EVU-Geschäfts» auf.

Stadtrat Peter Jans ging in seiner Betrachtung von globalen Megatrends aus, die auch Schweizer Städte und Landregionen betreffen: Klimawandel, Ressourcenknappheit, Erneuerbare Energieproduktion, Ernährungssicherheit, Digitalisierung usw. und formulierte daraus Leitsätze:

  • Es gibt keine Alternative zur Stadt
  • Intelligenz vor Beton
  • Smart heisst nicht immer digital
  • Infrastruktur in öffentlicher Hand gibt Handlungsoptionen
  • Regionales verbindet
  • Ohne Smart People geht es nicht

Aus diesen Herausforderungen sieht Peter Jans in verschiedenen Handlungsfeldern Chancen für die Stadt und berichtete von konkreten Projekten. Seine Top-Priorität geniesst das Handlungsfeld Klima, in dem er Potenzial in der Digitalisierung von Prozessen, Energienutzung und -produktion sowie Verkehr ortet. Bei letzterem geht es insbesondere um Lademöglichkeiten für E-Mobilität, ein Thema, das dem Stadtrat offensichtlich am Herzen liegt, und zwar sowohl beim Privat- wie auch beim öffentlichen Verkehr. Ziel für Jans ist, bis 2050 eine Null-CO2-Gesellschaft zu realisieren.

Smart werden – unter anderem mit digitalen Methoden – will er insbesondere bei der Schaffung sogenannter virtueller Kraftwerke sowie bei der Sektorkopplung. Im ersten Fall geht es darum Energiekonsum und -produktion derart aufeinander abzustimmen, dass Lastspitzen gebrochen und die Infrastruktur optimiert werden kann, statt maximiert werden muss.

Bei der Sektorkopplung werden Energiearten (Wärme, Strom, Biogas, Blockheizkraftwerke usw.) mit Telekom und Verkehr möglichst smart aufeinander abgestimmt und im Verbund optimiert. In beiden Handlungsfeldern ist ein hoher Grad an Digitalisierung und Steuerung zentral. Die Technischen Betriebe der Stadt St. Gallen, allen voran die Stadtwerke, spielen eine Schlüsselrolle in der Transformation, in der die Stadt steht. Und die Klammer über allem sind die digitalen Instrumente, die alle Systeme steuern und im Gleichgewicht halten.

Zu den Erfolgsfaktoren gehören für Peter Jans die Tatsache, dass alle Infrastrukturen in einer Hand liegen. Weitere sind das soeben fertig gestellte FTTH-Netz, ergänzt um das LoRa-Netz und nicht zuletzt die Bevölkerung, die energiepolitische und Infrastruktur-Weichenstellungen jeweils mit mehr als 80% Ja-Stimmen unterstütze.

Systematische Digitalisierung des EVU-Geschäfts

xseed-Partner Peter Ebenhoch versteht Städte primär als Infrastrukturen für Menschen. Bei der systematischen Digitalisierung des EVU Geschäfts unterscheidet er drei Ebenen der Digitalisierung:

  • die physische Infrastruktur
  • die digitalisierte Infrastruktur
  • die Digitale Transformation

Der Digitalisierungsprozess verläuft dabei vom Papier zu Daten, über Geolokalisierung, Prozessdigitalisierung, dynamische Regulierung bis hin zur «Mobile-first»-Nutzung, zum Beispiel beim Management der Infrastruktur vor Ort. Peter Ebenhoch zeigt zahlreiche Realisierungs-Beispiele auf wie Sensorüberwachung und Steuerung durch Aktoren, Echtzeitmonitoring, digitales Asset-Management, Prozessmodellierung, Bürgerinformation und Serviceunterstützung für fremde Ressourcen. Abschliessend thematisiert Ebenhoch kritische Punkte, Methoden und Herausforderungen bei der Umsetzung.

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